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Matka

 

19. - 22. Juni 2025

 

Debbova: ICH BIN – so ham
Ein Selbstporträt in Bewegung

matka ist ein Innenraum – kein Raum im klassischen Sinn, sondern ein Zustand. Es geht nicht darum, etwas zu zeigen, sondern einen Prozess zu durchlaufen. Einen Versuch, innere Vorgänge begreifbar zu machen. Zustände, die oft flüchtig sind, schwer zu fassen, aber dennoch real.

Die Arbeit entstand aus einer Phase, in der vieles durcheinandergeraten ist. Emotionen, Gedanken, Körperreaktionen. Der Ausgangspunkt war ein ganz konkreter körperlicher Einschnitt – das Absetzen der Pille. Was danach kam, war ein Aufbrechen: Zustände, die sich überlagerten, Stimmungen, die kippten. Freude und Reizbarkeit, Ruhe und Rastlosigkeit – alles gleichzeitig und nacheinander.

Ich habe versucht, diese inneren Bewegungen in Bilder, Räume und Klänge zu übersetzen. Das Zentrum der Installation – ein Kokon – steht dabei für den Wunsch nach einem Rückzugsort. Nicht als Flucht, sondern als etwas Notwendiges. Ein Ort, an dem man für einen Moment bei sich sein darf, ohne sich erklären zu müssen.

„Ich bin“ – dieser Satz klingt einfach, aber er bringt eine große Frage mit sich: Wer bin ich, wenn alles zu viel wird? Wenn ich mir selbst begegne – ohne Filter, ohne Rolle, ohne Ablenkung?

Für mich steht fest: Wir alle bewegen uns in emotionalen Feldern. Jeder Mensch tritt uns in einem bestimmten Gefühl gegenüber – bewusst oder unbewusst. Rationalität hilft uns oft, Dinge zu ordnen, aber sie blendet vieles aus. Was wirklich zwischen Menschen geschieht, passiert auf einer anderen Ebene – im Austausch von Energie, Aufmerksamkeit, Resonanz.

Gerade in einer Zeit wie jetzt, wo vieles schnell, laut und überfordernd ist, braucht es Räume, in denen wir innehalten können. Räume, in denen das Ich bin nicht hinter Erwartungen verschwindet, sondern spürbar wird.

matka erzählt davon. Davon, wie sich innere Zustände körperlich und emotional bemerkbar machen. Davon, dass es keine klaren Linien gibt – nur Bewegung. Und davon, dass aus Gefühl Handlung werden kann. Wie bell hooks´ in ihrem Buch „Alles über Liebe – Neue Sichtweisen“ (Original: „All About Love – New Visions“) schreibt: 

„Liebe ist eine Handlung, niemals nur ein Gefühl.“


Sich mit dem eigenen Inneren auseinanderzusetzen, ist kein Rückzug – es ist ein aktiver Schritt in Richtung Verbindung. Mit sich selbst. Mit anderen.

Ich glaube, dass Zusammenhalt und echtes Verständnis nur dann entstehen, wenn wir bereit sind, unsere eigenen Gefühle ernst zu nehmen – und anzuerkennen, dass jeder Mensch im Grunde ähnliche Dinge kennt: Angst, Freude, Wut, Sehnsucht, Verletzlichkeit.

matka ist mein Versuch, das sichtbar und fühlbar zu machen. Vielleicht entsteht dabei ein Moment von Verbindung. Vielleicht bleibt einfach nur ein Gefühl zurück.

Auch das wäre schon viel.

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